Wie kommt es, dass im Frühjahr der Organismus automatisch auf Touren kommt?
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Die Antwort wissen die Spezialisten für Hormone und Nervenbotenstoffe: die Endokrinologen. Zentrum des Geschehens ist die Zirbeldrüse. Sie sitzt klein und zapfenförmig im Mittelhirn, ist über spezielle Sehbahnen mit den Augen verbunden und produziert bei Dunkelheit das Schlafhormon Melatonin.
Dieser Botenstoff überträgt die Veränderung von Licht und Dunkel in körpereigene Prozesse und informiert so die innere biologische Uhr über die äußeren Zeitabläufe. Melatonin hemmt in der Regel auch die sexuelle Aktivität. Nehmen die Augen im Frühjahr wieder mehr Licht auf, nimmt die Melatoninkonzentration ab und die "Balzhormone" Testosteron und Östrogen übernehmen das Kommando. Die Folge ist gesteigerte sexuelle Erregbarkeit bei zunehmendem Licht.
Frühlingserwachen
Für die Tierwelt ist dieses Frühlingserwachen des Paarungstriebs sehr sinnvoll, da nach Ende der Frostperiode die Umweltbedingungen für die Aufzucht der Jungen günstig sind. Aber auch das Sozialverhalten des Menschen zeigt noch Spuren dieses biologischen Erbes: Nie sind die Listen der Kontaktanzeigen so lang wie im Frühjahr; Kirchen und Standesämter verzeichnen regelmäßig im Mai den größten Ansturm heiratswilliger Paare.
Auch Glückshormone (Endorphine) werden unter dem Einfluss von Licht und bei sportlicher Betätigung vermehrt gebildet. Da kann die Ersatzdroge Schokolade ruhig im Küchenschrank auf trübere Tage warten. Lassen Sie sich stattdessen vom vermehrten Angebot an Früchten und Salaten inspirieren und verpassen Sie Ihrem Körper einen Vitamin-Kick. Das hilft garantiert auch gegen eventuell auftretende Anzeichen von Frühjahrsmüdigkeit. Lassen Sie dann Ihre Zirbeldrüse wirbeln und genießen Sie den Frühling; so viel kostenloses Glück gibt es sonst selten.
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