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Akupressur und Shiatsu

Akupressur und Shiatsu sind Druckmassagetechniken. Der Druck wird mit den Fingerkuppen, mit den Daumen, den Handflächen und manchmal auch mit den Ellbogen ausgeübt. Massiert werden die von der Akupunktur bekannten Punkte auf den Meridianen sowie bestimmte Schmerzpunkte.


Die Bezeichnung "Akupressur? bezieht sich auf die chinesische Technik der Druckmassage, "Shiatsu? ist eine japanische Variante und Erweiterung der Akupressur. Die ursprünglich asiatischen Druckmassagetechniken wurden in Europa in den letzten Jahren in verschiedene Richtungen erweitert. Hier massiert man zusätzlich zu den Akupunkturpunkten auch bestimmte Schmerzpunkte außerhalb der klassischen Leitbahnen, auf denen die Akupunkturpunkte liegen. Im Europa üben meistens speziell ausgebildete Masseure Akupressur und Shiatsu aus, in Asien setzt man besonders die Akupressur oft zur Selbstbehandlung ein.

Philosophie und Prinzpip von Akupressur und Shiatsu

Akupressur und Shiatsu basieren auf der gleichen philosophischen Grundlage wie die Akupunktur, die in der traditionellen chinesischen Medizin verankert ist. Hier bedeutet Gesundheit das ungehinderte Fließen der Lebensenergie Qi. Dies ist nur dann möglich, wenn sich die beiden Energiekonzepte Yin und Yang in Harmonie befinden. Wird diese Harmonie zum Beispiel durch Klimaeinflüsse, unkontrollierte Emotionen, einen ungesunden Lebensstil, mangelhafte Ernährung oder Bewegungsmangel gestört, kann eine Krankheit entstehen.

Um wieder gesund zu werden, wird in der traditionellen chinesischen Medizin die Störung im Energiegleichgewicht behoben. Zum Ausgleich der Energie reizt oder beruhigt der Therapeut die Akupunkturpunkte, die den Meridianen entlang auf dem ganzen Körper verteilt sind. Dies ist durch Nadelstiche, Moxibustion (spezielle Technik, bei der die Akupunkturpunkte durch Wärme gereizt werden) oder - wie bei der Akupressur und beim Shiatsu - durch Druckmassage möglich. Auf diese Weise kann man dort gezielt Energie zuführen oder ableiten, wo ein Ungleichgewicht besteht.

Technik von Akupressur und Shiatsu

Bevor eine Druckmassage durchgeführt wird, muss eine genaue Diagnose feststehen. In China und Japan entsprechen die Diagnosemethoden denjenigen der traditionellen chinesischen Medizin, in Europa werden sie oft durch die Überprüfung von einzelnen Akupunkturpunkten mittels elektrischer Geräte ersetzt.

Je nach Diagnose oder erwünschter Wirkung massiert der Therapeut mit kreisenden Bewegungen die Region rund um die zu behandelnden Akupunkturpunkte. Mit Daumen, Fingerkuppen, Handrücken und Ellbogen wird jede Stelle zwischen fünf Sekunden und zwei Minuten lang massiert. Auch kräftiger Druck, bei dem der Shiatsu- oder Akupressur-Therapeut manchmal sein ganzes Körpergewicht einsetzt, wird eingesetzt: Er soll eine beruhigende Wirkung haben, doch kann er unter Umständen schmerzhaft sein. Verschiedene Handgriffe unterstützen den Energieausgleich und kräftigen den Körper. Sanfte Massagen regen den Organismus an. Eine Behandlung mit Shiatsu oder Akupressur dauert ungefähr eine halbe Stunde und wird je nach erwünschter Wirkung mehrere Male wiederholt.

Anwendungsgebiete von Akupressur und Shiatsu

Obwohl Akupressur und Shiatsu ähnlich wie die Akupunktur wirken, werden diese Techniken der Druckmassage vor allem zur Gesundheitserhaltung eingesetzt. Grundsätzlich kann man Akupressur und Shiatsu auch dort erfolgreich anwenden, wo funktionelle Störungen vorliegen. Dabei handelt es sich um Krankheiten und Beschwerden, die ohne fassbare Veränderung im Organismus auftreten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Verdauungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen
  • Kreislaufbeschwerden, Erkrankungen der Atemwege
  • Stressbedingte Beschwerden wie zum Beispiel Schlafstörungen

Im Weiteren können Akupressur und Shiatsu bei verschiedenen Schmerzzuständen Linderung verschaffen, etwa bei:

  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Zahnschmerzen, Übelkeit
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen, chronischen Schmerzen z.B. durch einen Verschleiß des Kniegelenks

Im Gegensatz zur Akupunktur kann die Technik der Druckmassage auch als Selbstbehandlung angewandt werden. Akupressur und verwandte Behandlungstechniken werden zudem manchmal auch rein beschwerdeorientiert eingesetzt (zum Beispiel bei Übelkeit oder Erbrechen) ohne Berücksichtigung der philosophischen Hintergründe der traditionellen chinesischen Medizin.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Akupressur und Shiatsu sind vor allem bei der Linderung von funktionellen Störungen erfolgreich. Bei Organen, Muskeln oder Knochen, die bereits geschädigt sind, wirken die Techniken der Druckmassage nicht mehr. Akupressur und Shiatsu sollten deshalb nicht an erkrankten oder entzündeten Stellen ausgeführt werden. Außerdem darf man die Technik der Druckmassage nicht bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Beschwerden einsetzen, weil sich bestehende Leiden nach einer Behandlung kurzfristig verstärken könnten. Ebenso dürfen während der Schwangerschaft keine Punkte massiert werden, die mit dem Unterleib im Zusammenhang stehen.

Da Akupressur und Shiatsu zur Schmerzlinderung beitragen, werden unter Umständen wichtige Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt. Deshalb sollten Akupressur oder Shiatsu nicht ohne vorhergehende ärztliche Abklärung durchgeführt werden.

Tipps zur Selbstbehandlung mit Akupressur

Sie haben Schnupfen?

Massieren Sie Ihren Nasenrücken, Ihre Nasenflügel und deren Unterrand mehrmals täglich für 30 Sekunden. Sie aktivieren so verschiedene Druckpunkte und bekommen kurzfristig eine freie Nase.

Es drohen Kopfschmerzen?

Massieren Sie mit leichtem Druck Ihre Schläfenregion. Die hier liegenden Druckpunkte zu aktivieren, hilft Ihnen bei pochendem Schädel.


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